Mythos - Fettverbrennung

Oft wird der Begriff Fettverbrennung für zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte verwendet. Einerseits wird unter diesem Begriff der Prozess verstanden, mit weniger Kohlenhydraten auszukommen und so deren Speicherform, das Glykogen, zu schonen. Andererseits wird unter dem Fettverbrennungsbegriff der Prozess der Gewichtsreduktion durch Verringerung der Körpermasse verstanden. Im Ausdauersport (z.B. Ironman, Marathon, Radrennen) gilt es den Fettstoffwechsel zu verbessern, um die Kohlenhydratspeicher zu schonen und so viel wie möglich Energiegewinnung für die Antriebsmuskulatur über die Fettverbrennung bereitzustellen.

Der Abbau von 1 g Fett liefert ca. 9 kcal. So stellt Fett den größten Energiespeicher des menschlichen Körpers dar. Als Fettverbrennung wird der biochemische Vorgang im Muskel bezeichnet, bei dem freie Fettsäuren in einer Reaktion mit Sauerstoff zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut wird. Die dabei freigesetzte Energie wird unter anderem für Muskelkontraktionen genutzt. Ist die Fettverbrennung in Ruhe unschlagbar, so stößt sie unter höheren Belastungen schnell an ihre Grenzen. Denn die Energiegewinnung durch Fette benötigt sehr viel Sauerstoff und Zeit. Beide Parameter können unter körperlich intensiveren Belastungen oft schnell zur Mangelware werden. Mit zunehmender Belastung und einem dadurch erhöhten Energiebedarf, greift der Körper vermehrt auf Kohlenhydrate zurück, da diese schneller in verfügbare Energie umgewandelt werden können. Jedoch sinkt, wie oft angenommen, die Oxidation von Fetten dabei nicht gleichzeitig ab. Sie bleibt erst einmal auf gleichem Niveau oder steigt sogar noch an. Entscheidend dabei ist, dass für die Fettverbrennung immer auch eine geringe Menge an Kohlenhydraten zur Verfügung stehen muss. Hieraus leitet sich auch der vielfach verwendete Ausspruch, dass „die Fette nur im Feuer der Kohlenhydrate verbrannt werden können“, ab.

Eine Gewichtsreduktion, welche oft mit dem Wort Fettverbrennung gleichgesetzt wird, entsteht langfristig nur über eine negative Energiebilanz. Das heißt, über einen längeren Zeitraum sollte mehr Energie verbraucht werden, als durch die Nahrung wieder aufgenommen wird. Letztendlich zählt hier nur die verbrauchte Energie, welche langfristig die Fettspeicher vor allem im subkutanen Fettgewebe, aber auch anderen Speicherorten, aufbrauchen lässt.

Literatur:

Hottenrott, K. & Neumann, G. (2010). Trainingswissenschaft - Ein Lehrbuch in 14 Lektionen. Aachen: Meyer & Meyer.

Hottenrott, K. & Sommer, H.-M. (2001). Aktivierung des Fettstoffwechsels in Abhängigkeit von Nahrungskarenz, Kohlenhydratkost und Ausdauerleistungsfähigkeit. Dtsch. Z. Sportmedizin, 52, Sonderheft, 7-8.

Jakowlew, N. N. (1977). Sportbiochemie. Leipzig: Barth.

Jeukendrup, E. (2005). Fettverbrennung und Körperliche Aktivität. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 56 (9), 337-338.

Schnabel, G., Harre, H.D. & Krug, J. (Hrsg.). (2008). Trainingslehre – Trainingswissenschaft. Aachen: Meyer & Meyer.

Zintl, F. & Eisenhut, A. (2009). Ausdauertraining (7., neu bearbeitete Aufl.). München: blv.

Schneller durch Kompressionsbekleidung?

Durch klicken auf die Darstellung erhalten Sie ...

den gesamten Fachartikel zum Thema Kompressionsbekleidung - hiermit können Sie sich die Datei downloaden oder ausdrucken! Viel Spaß beim Lesen - Das KS-sportsworld Team

Rückengesundheit

Tipps für Ihre Rückengesundheit:

>>
Bleiben Sie aktiv (auch am Arbeitsplatz) – Ihr Rücken lebt von Bewegung!

>> Treiben Sie regelmäßig Sport und bewegen Sie sich vielseitig (3-4 mal pro Woche für 30-60 min)!

>> Kräftigen Sie Ihre Muskeln!

>> Erkennen Sie Dauerstress und sorgen Sie für den nötigen Ausgleich!

>> Gönnen Sie sich Zeit für Entspannung!

>> Keine Angst – Verschleißerscheinungen am Rücken sind im Alternsgang so normal wie graue Haare.

>> Bleiben Sie entspannt! Rückenschmerzen sind meist harmlos und verschwinden in der Regel nach wenigen Tagen von allein – ähnlich wie ein Schnupfen.

>> Pflegen Sie eine gesunde Lebensweise und Ihre sozialen Kontakte. Körper, Geist und Seele sind eng miteinander verbunden- Ihre Familie und gute Freunde unterstützen die Rückengesundheit gleichermaßen wie regelmäßige Bewegung!

Literatur:
- Lühmann, D. & Schmidt, C. O. (2007). Prävention von Rückenschmerz. Experten-Panel „Rückenschmerz“ der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh: Bertelsmann
- Pfeifer, K. (2004). Expertise zur Prävention von Rückenschmerzen durch bewegungsbezogene Interventionen. Im Auftrag der Bertelsmannstiftung und der Akademie für Manuelle Medizin. Universität Münster

 

Wem kann man noch trauen?

Pharmaindustrie, Nahrungsergänzungsfirmen und Co – wem kann man noch trauen?

Wenn nur der wirtschaftliche Erfolg zählt – wo man fachlich und wissenschaftlich neutralen Rat und unabhängige Expertenmeinungen erwartet, wird oft nur finanzielles Interesse, Korruption und Gehirnwäsche gefunden. So verlassen sich ca. 95 % der niedergelassenen ÄrztInnen auf die interessengesteuerte Studien und News der Pharmaindustrie. Die Neuentwicklungen und Innovationen im Pharmasektor sind meist auf den zweiten Blick "Pseudoinnovationen", bei denen höchstens ein marginaler erkennbarer Zusatznutzen erkennbar ist. Hier stehen Preis-Leistung und Kosten-Nutzen meist in keinerlei Verhältnis. Die oft als neutrale Untersuchungen getarnte Fachinformationen können zu über 90 % keine validen wissenschaftlichen Arbeiten vorweisen, Quellenangaben fehlen häufig und negative Teilaspekte werden weggelassen und positive übertrieben dargestellt.
Einer Studie zu Folge waren 61 % der ÄrztInnen der Überzeugung, sich durch Geschenke „gar nicht beeinflussen“ zu lassen. Weiter befragt, waren genau diese Personen der Auffassung, dass ihre KollegInnen zu 84 % „gelegentlich oder häufig beeinflussbar“ seien. Je mehr Geschenke die Befragten von der Pharmaindustrie erhielten, umso überzeugter waren diese Personen von ihrer Unbestechlichkeit.
Mit üppigen Honoraren, Reisen, Abendessen oder Geschenken wird gern von der Industrie versucht, MeinungsbildnerInnen für ihre Vorträge zu entlohnen. Auch Fachtagungen sowie die Mitwirkung beim Erstellen medikamentöser Behandlungsleitlinien sind davon betroffen. Meist sind auch die Mitglieder einer Leitlinienkommission und auch Beiträge in Fachzeitschriften, in denen für bestimmte Volkskrankheiten ein immenser Behandlungsbedarf eingefordert wird, unter finanziellem Einfluss der Industrie.

Literatur:
Both, J. (2010). MEZIS Nachrichten 1/10 Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte (www.mezis.de)
Schubert, K. & Glaeske, G. Einfluss der Industrie auf die Selbsthilfe.
Keller, M. (2005). in: ZEIT, Nr. 21, 19.5.2005.
Kaiser, T. & Ewers, T. (2004). Sind die Aussagen medizinischer Werbeprospekte korrekt? in: arznei-telegramm 2/2004.
Gonzales Santiago, M. (2008). (Basler Institut für Klinische Epidemiologie und Biostatik), www.bice.ch > Publikationen 2008 > Nr. 44.
Schneider u. Lückmann, Z.Allg.Med. 2008; 84; 516-24.
Grill, M. (2007). in:, STERN, 9.12.07 sowie FSA, Pressemitteilung, 12.2.08.
Rothmann, D. (2009). JAMA 2009;301;1367-72.
Rising, K. & Bacchetti, P. (2008). PloSMedicine 2008;5(11);217ff.

Chronobiologie und Chronomedizin

Durch die modernen Erkenntnisse der Chronomedizin, lassen sich mit größerem zeitlichen Aufwand, tagesrhythmische Schwankungen der Trainierbarkeit von Muskelkraft und Ausdauerleistungsfähigkeit ermitteln. So zeigt eine Studie (GTENBRUNNER 1990) den unterschiedlichen Kraftzuwachs beim isometrischen Muskeltraining, der laut Untersuchung nachts 3:00 Uhr signifikant höher lag als 15:00 Uhr. Der höchste Kraftzuwachs bei einer Trainingsuhrzeit ging dabei mit 21:00 Uhr hervor. Der schlechteste Zeitpunkt laut Studie, um seine Muskeln zu trainieren, ist 9:00 Uhr am Morgen. Hierbei haben die Probanden in vier verschiedenen Gruppen, an sieben aufeinander folgenden Tagen zu verschiedenen Tageszeiten (03:00, 09:00, 15:00, 21:00) trainiert und wurden dabei bis zum 49. Tag kontrolliert.
Eine ähnliche Untersuchung zur Ermittlung des Einflusses der Tageszeit auf den Trainingserfolg bei Ausdauertraining kam zu dem Ergebnis, dass die maximale Zunahmen der körperlichen Leistungsfähigkeit (W 130) am Mittag ( zwischen 11:30 und 14:30 Uhr) und besonders gegen Abend (zwischen 16:00 und 19:00 Uhr) erzielt werden. Hierbei wurden drei Gruppen gesunder Versuchspersonen zu verschiedenen Tageszeiten einem 4wöchigem Laufbandergometer-Training ausgesetzt.

Literatur:
BAIER, H., ROMPEL C. (1977). Der Einfluss thermischer Umgebungsbedingungen auf den Trainingserfolg bei Ausdauertraining. Arbeitsberichte des Sonderforschungsbereiches „Adaptation und Rehabilitation“, Marburg/Lahn; 4:547-582

DEMUTH, F., HOFFMANN, T. (1992). Effekte eines Ergometertrainings auf Herz und Kreislauf von gering belastbaren kardiologischen AHB-Patienten im Kurlängenschnitt. Ein Vergleich zwischen Vor- und Nachmittagstraining. Wissenschaft. Arbeitstagung „Aktuelle Ergebnisse der Physikalischen Medizin und Kurortmedizin“ der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation und der Mittelrheinischen Studiengesellschaft für Klimatologie und Balneologie, Bad Wildungen, 9-11.

GUTENBRUNNER, C. (1990). Muskeltraining und Muskelüberlastung. In: HETTINGER T. Hrsg.. Dokumentation Arbeitswissenschaften. Vol.22. Köln: Dr. Otto Schmidt KG